Digitalisierung im Mittelstand – Diese Themen bestimmen die aktuellen Diskussionen

Dem Mittelstand wird häufig nachgesagt, dass er den großen Konzernen in Sachen Digitalisierung um einiges hinterherhinke. Vor allem dieser geradezu jungfräuliche Umgang mit Digitalisierung kann aber ja auch spannend sein. Schließlich sind dann Strukturen noch nicht eingefahren und Prozesse oder Innovationen werden auch noch hinterfragt statt blind angenommen. Auf dem Digital FutureCongress in Frankfurt habe ich mich daher einmal genauer mit den Themen befasst, die den Mittelstand in Sachen Digitalisierung umtreiben.Digitalisierung im Mittelstand - Digital FutureCongressDer Einladung von punkt.de den Digital FutureCongress in Frankfurt am Main zu besuchen war ich sehr gerne gefolgt. Schließlich trifft man die großen Konzerne und Big Player der Digitalisierung ja nur allzu häufig auf diversen Konferenzen und Kongressen. Den Mittelstand aber einmal zu diesem Thema versammelt zu haben, das war mir neu. Schon beim Schlendern über den Ausstellungsbereich zeigte sich deutlich: Hier sind mir noch gänzlich unbekannte Namen dabei. Also nichts wie hineingetaucht in die Welt des Mittelstands.

Vor allem in den diversen Sessions und Vorträgen wurde mir deutlich, welche Themen gerade die Diskussionen der Teilnehmer bestimmen:

Die große Angst vorm Datenschutz

Schon die Anzahl der Vorträge, die zu diesem Thema angeboten wurden, war verblüffend und machte deutlich: Die Angst geht um. Wirkliche Antworten wurden allerdings kaum geliefert. GDPR versetzt zwar alle in eine Art Schockstarre, aber gleichzeitig betrachtet man die Änderungen auch mit einem Achselzucken. Alles richtig machen könne man eh nicht, hörte ich jemanden sagen. Die allgemeine Meinung schien zu sein: Man gibt sein bestes, holt neue Opt-ins für die E-Mail-Kommunikation ein und versucht weitestgehend mal abzuwarten, was denn dann wirklich wie kommt. Das ist sicher keine optimale Haltung. Andererseits scheinen aus meinen eigenen Erfahrungen heraus auch die großen Konzerne da oftmals noch nicht viel weiter zu sein.

Revolution für die Website: Continuous Relaunch statt drei Jahre Stillstand

Deutlich erfreulicher war zu sehen, dass auch das Thema Continuous Relaunch, also die Idee, nicht mehr den großen Aufschlag des Relaunches alle paar Jahre anzugehen, sondern kontinuierlich an den Optimierungen der Website zu arbeiten, diskutiert wurde. Das spricht mir aus dem Herzen und es freut mich, dass das Thema auch im Mittelstand angekommen ist. Fabian Stein, der einen Vortrag über das Thema hielt, unterstrich auch noch einmal, dass Continuous Relaunch nicht nur etwas für Großkonzerne, sondern eben für alle, deren Webprojekte ein Business Faktor sind. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Usability der Website steigt kontinuierlich
  • Zeit- und Kostenersparnis durch langfristige Partnerschaft
  • Suchmaschinen-Ranking bleibt erhalten
  • Weniger Zeitdruck
  • Schnelles Reagieren auf Markttrends ist möglich

Im Endeffekt ist sich Fabian Stein sogar sicher, dass die Kosten eines Continuous Relaunch entgegen der allgemeinen Vermutung gar nicht höher liegen als bei einem „Big Bang Relaunch“, sie stattdessen aber effizienter eingesetzt sind.

Auch der Mittelstand setzt auf Content Marketing

Besonders hoch schlägt das Content Marketer Herz aber ja, wenn es um die Frage nach relevanten Inhalten geht und was diese ausmacht. Daher war es schön zu sehen, dass es gleich ein paar Sessions und Vorträge zu dem Thema gab. Auch hier steckt Content Marketing offensichtlich in den Kinderschuhen, aber dass Content vor allem nutzerfreundlich bzw. eigentlich nutzerzentriert gedacht werden muss und authentisch sein sollte, da war man sich auch beim Digital FutureCongress einig.

Der Vorteil liegt vor allem darin, dass man über Content langfristiges Vertrauen aufbauen könne, was sich auf die Kundenloyalität genauso auswirke, wie auf die Suchmaschinenoptimierung – auch dazu hörte ich einen Vortrag. Das ist im Grunde sicher auch richtig. Meine persönliche Anmerkung dazu allerdings: Content ist auch kein Selbstläufer für ewiges Vertrauen des Kunden. Viele erhoffen sich hier schnelle Erfolge durch halbherzig durchdachte Inhalte. Das alleine funktioniert in meinen Augen jedoch nicht. Das Thema Strategie hinter den einzelnen Maßnahmen kam mir tatsächlich ein bisschen zu kurz auf der Veranstaltung. Gerade im Mittelstand, wo die Budgets oft sehr effektiv eingesetzt werden müssen, sollte man nicht ohne Strategie agieren und schauen, wie man langfristig sinnvoll Content einsetzen kann bevor man sich in vom „Content-Aktionismus“ getriebenen Einzelmaßnahmen verrennt.

 

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