Drei Entscheidungen, die Agenturen 2018 treffen müssen

Frank Miller beim Agenturcamp

Oktober 2017 – mein erstes Agenturcamp bei Microsoft in München. Der Austausch mit anderen Agenturvertretern war inspirierend und sehr lebhaft. Viele der Themen, die wir dort diskutiert haben sind bei uns schon länger auf der Agenda. Die drei wichtigsten, die unsere Agenturszene auch im kommenden Jahr noch mehr umtreiben werden, habe ich hier zusammengefasst. 

Der Agenturmarkt ist heiß umkämpft. Viele kleine als auch größere Agenturen erobern der Markt – mit z.T. ganz neuen Strukturen, Methodiken und Herangehensweisen. Gleichzeitig wird das Leistungsspektrum für uns Agenturen immer vielfältiger, aus dem sich immer wieder neue Disziplinen – nicht zuletzt durch die fortschreitende Digitalisierung – ergeben.

Netzwerk-Agentur oder vernetzte Agentur?

Eine zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist, ob sich die kleinen Agenturen den großen zur Akquisition anbieten, um von den potenziellen Synergieeffekten der Netzwerk-Agenturen zu profitieren. Oder sich alternativ durch Spezialisierung, Schnelligkeit und intelligenter Leistungsqualität „frei machen“ – frei von Konkurrenzverhalten, Neid und reiner Profit-Denke. Für ein neues, kollaboratives Leben und vernetztes Handeln. Kollaboration kann schließlich Profis zusammenbringen und potenzielle Lücken des eigenen Leistungsportfolios schließen.

Offshoring, Nearshoring oder wie dem Kostendruck standhalten?

In den gleichen Zusammenhang fällt auch die Frage, ob man zunehmend Leistungsbereiche ins vermeintlich günstigere Ausland verlagern muss. Besonders beliebt ist hier aktuell die Sonderform des Nearshoring, also der Auslagerung ins osteuropäische Ausland für beispielsweise Entwicklung oder Grafik. Oder doch besser auf die eigene Qualität und Spezialisierung fokussieren statt dem Preiskampf nachzugeben? Das würde wieder bedeuten, dass sich spezialisierte Agenturen kollaborativ zusammenschließen müssen, um ihre Qualitäten gemeinsam herauszustellen und gegen die Niedrigpreis-Konkurrenz anzukommen.

Feste Arbeitszeiten oder Eigenverantwortung der Mitarbeiter?

Aber nicht nur kundenseitig müssen Agenturen auch 2018 die Augen offen halten. Auch in Bezug auf Mitarbeiterführung und Recruiting neuer, vielversprechender Talente stehen Agenturen immer wieder vor der Herausforderung für das Arbeiten in der Agenturwelt zu begeistern. Wir sind den Schritt gegangen, noch stärker auf die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu setzen und ihnen im Rahmen der Vertrauensarbeitszeit mit sogenannten „Flexi-Verträgen“ die Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung zu geben.

Dennoch bleibt die Frage, wie weit man mit dieser Flexibilität gehen will und kann. Schließlich werden Kundenprojekte noch immer nach dem Modell „Time/Material“ abgerechnet. Ohne transparente Zeiterfassung bleibt das schwierig. Vielleicht müssen also in der Zukunft auch neue Abrechnungsmodelle mit Kunden her, die den Arbeitsmodellen in Agenturen gerecht werden. Manch Auftraggeber ist dafür schon offen – ganz im Sinne des Vertrauens, auch dem Agenturpartner gegenüber… .

Ich bin gespannt, wie wir Agenturen mit diesen Herausforderungen in 2018 umgehen werden. Was für Erfahrungen haben andere Agenturen gemacht? Ich freue mich jedenfalls auf ein spannendes Jahr 2018, in dem sich die Agenturwelt sicher wieder rasant weiterentwickeln wird!

 

Bildrechte: Das Agenturcamp, Florian Berwig / Pages Media